SUN-SENTINEL (Fort Lauderdale, Florida) 09 May 08 Packaged pythons cause scare at German post office
Berlin (AP): A trio of packaged pythons has caused a scare at a German post office. Police in Darmstadt say the snakes were stuffed into a parcel that was handed in for mailing to eastern Germany. It contained two tiger pythons and an albino tiger python of more than 3 feet in length.
A post office worker noticed one of the reptiles on Thursday afternoon after it apparently bit through the package. Colleagues caught the snake and put it in an empty box. Police said Friday that officers then recovered two more snakes from the damaged parcel.
Police say they have put the package's sender under investigation for possible violation of animal protection laws. The animals have been taken to a reptile house.
http://www.sun-sentinel.com/news/custom/fringe/sns-ap-odd-snake-scare,0,824772.story?track=rss

DARMSTÄDTER ECHO (Darmstadt, Germany) 09 May 08 Die Wildnis im Wohnzimmer - Allein im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es 369 Meldungen über wilde Tiere in privaten Haushalten
Darmstadt: Drei Tigerpythons von gut einem Meter Länge haben Polizeibeamte am Donnerstagnachmittag in der Hauptpost in Darmstadt sichergestellt. Die Schlangen waren in einem Karton als Paketpost nach Thüringen aufgegeben worden, hatten sich aber noch im Postamt aus eigener Kraft befreit.
Welch erstaunliche Mengen an gefährlichen Tieren in privaten Häusern und Wohnungen gehalten werden, darüber berichtete am Freitag zur gleichen Zeit, als das Polizeipräsidium den Darmstädter Schlangenfund bekannt gab, das Regierungspräsidium in Darmstadt.
Nicht weniger als 2515 gefährliche Tiere wurden der Behörde bis zum 30. April gemeldet. So lange lief die Frist, um Bestandsschutz für wilde Tiere in Privatbesitz zu sichern. Wer sein Tier jetzt nicht angemeldet hat, läuft Gefahr, ein Bußgeld bis zu 5000 Euro bezahlen zu müssen.
Diese Strafe droht auch dem Absender der in Darmstadt gefundenen Schlangen, der bis jetzt nicht ermittelt ist. Am 9. Oktober vergangenen Jahres hatte der Hessische Landtag mit den Stimmen aller Parteien ein Verbot beschlossen, wilde Tiere in Privathaushalten zu erwerben, zu züchten und zu halten. Ausgenommen sind nur Zoos, zoologische Einrichtungen, der Fachhandel und Zirkusse.
Welche Tiere als gefährlich gelten, hat der Gesetzgeber in einer Liste zusammengefasst. Es sind Dutzende von Raubtieren, Krokodilen, Echsen, Schlangen, Nattern, Vipern, Skorpionen und Spinnen. Ja sogar Schildkröten fallen unter das Verbot, falls es sich beispielsweise um die Schnappschildkröte handelt, der man nachsagt, sie könne einen Besenstiel durchbeißen. „Mit einem Finger hat sie überhaupt kein Problem“, sagt Gabriele Fillbrandt, Dezernentin für Artenschutz beim Regierungspräsidium in Darmstadt.
Ihr Behördenleiter Gerold Dieke, der Regierungspräsident, konstatiert mit dem neuen Verbot auch eine neue Aufgabe für seine Artenschützer. Die hatten bisher Tiere vor den Menschen zu schützen. Nun gilt dies auch umgekehrt. Wie gefährlich selbst drollige Löwenbabys werden können, hat Dieke selbst erlebt, als er kleine Kinder daran hinderte, eines zu streicheln. Sekunden später hatte es mit der Pranke die Handtasche der Mutter zu Boden gerissen.
Doch die Menschen sind fasziniert von der Wildnis im eigenen Wohnzimmer. Gabriele Fillbrandt hat anhand der gesammelten Meldungen festgestellt, dass dies besonders für Städter gilt.
Im Regierungsbezirk gehören alle kreisfreien Städte mit Ausnahme von Wiesbaden, also Frankfurt, Darmstadt und Offenbach, zu der Kategorie von Gemeinden, in denen es mehr als 50 wilde Tiere gibt. In Darmstadt sind es mit 98 noch vergleichsweise wenig. In Offenbach sind es 117, in Frankfurt 271. Jeweils mehr als fünfzig gefährliche Tiere gibt es auch in Griesheim und Ober-Ramstadt.
Im ganzen Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es 369 Meldungen, eine Zahl, die nur vom Main-Kinzig-Kreis mit 465 überboten wird. Im Kreis Bergstraße gibt es 113 Meldungen, im Kreis Groß-Gerau 102. Im ganzen Odenwaldkreis sind es nur 46. Die Artenschützerin führt dies auf den ohnehin häufigen Kontakt der Landbewohner mit Tieren zurück. Da sei das Bedürfnis, sich mit Exoten zu umgeben, wohl geringer als bei Städtern, die für Schafe oder Ziegen keinen Platz haben, wohl aber für Schlangen oder Spinnen.
In der Tat sind Schlangen, Nattern, Ottern und Vipern die beliebtesten gefährlichen Tiere in Privathaushalten. 54 Riesenschlangen von der Verbotsliste werden im Regierungsbezirk gezählt, 268 Giftnattern, 870 Grubenottern und 552 Vipern.
Zu den Giftnattern, deren Gefährlichkeit ihren Besitzern offenbar willkommene Abwechslung bereitet, gehören auch die australischen Taipans, die giftigsten Tiere der Welt. Das Gift eines einzigen Bisses reicht aus, um hundert Menschen zu töten, sagt Gabriele Fillbrandt.
Sogar vier große Raubkatzen gibt es unter den Meldungen. Darunter zwei Tiger, die in einem Rüsselsheimer Tierheim leben, seit sie in einem Zirkuswagen herrenlos aufgefunden wurden. Ein 21 Jahre alter Ozelot lebt – artgerecht gehalten – im Landkreis Darmstadt-Dieburg, ein Puma bei einer Familie in der Wetterau.
Alle diese 186 Privatleute dürfen ihre zusammen 2515 gemeldeten Tiere behalten. Weitere wilde Tiere in Privatbesitz werden nun nicht mehr geduldet. Auch wer mit Schlangen oder Spinnen aus einem anderen Bundesland nach Hessen zieht, darf nicht mit einer Ausnahme rechnen und muss die Tiere abgeben. Bei Verstößen droht nicht nur ein Bußgeld, sondern auch die Unterbringung der Tiere in geeigneten Einrichtungen auf Kosten ihrer Besitzer.
Über den Tierhandel oder über Tierbörsen sind die gelisteten Wildttiere kaum in Privatbesitz gelangt, sagt das Regierungspräsidium. Gabriele Fillbrandt: „Neunzig Prozent werden über das Internet erworben. Und im Internet gibt es keinerlei Beratung.“
Meist werden so gekaufte Tiere mit der Post verschickt, so wie die in Darmstadt aufgefundenen Schlangen. Sie sind von der Polizei in einem Reptilienhaus artgerecht untergebracht worden.
Auskunft
Auskunft vor allem darüber, welche gefährlichen Wildtiere in Hessen nicht privat gehalten werden dürfen, gibt es beim Regierungspräsidium in Darmstadt: Claudia Seib, Telefon 06151 126085, E-Mail claudia.seib@rpda.hessen.de;
Markus Conrad, Telefon 06151 126823, E-Mail markus.conrad@rpda.hessen.de;
Nicole Gorka, Telefon 06151 12611, E-Mail nicole.gorka@rpda.hessen.de
http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=607763